TEATRO BAROCCO in Stift Altenburg 2014

TEATRO BAROCCO MUSIK | THEATER: AUTHENTISCH

 

Bernd Roger Bienert, international bekannter österreichischer Regisseur und Bühnenbildner, übernimmt ab Sommer 2012 Intendanz und Regie des von ihm neu gegründeten Festivals TEATRO BAROCCO in Stift Altenburg bei Horn (Niederösterreich), dessen Konzept er seit mehreren Jahren erforscht und weiterentwickelt hat.

Unter dem Titel TEATRO BAROCCO werden im Juli/August 2012 zwei im Stil der spätbarocken Zeit und passend zu dem wunderschönen historischen Ambiente der Stiftsräumlichkeiten und der Bibliothek, die mit ihrer Länge von 60 Metern zu einem der größten und schönsten barocken Innenräumen Österreichs zählt, in Dekoration und Musik einmalige Musiktheaterwerke zur Aufführung kommen.

Das besondere an der Inszenierung des Abends mit TEATRO BAROCCO ist, dass nicht nur die gesamte Optik von Ausstattung und Kostümen, der originale Klang der Musik und die Intensität der Kerzenbeleuchtung der Barockzeit künstlerisch rekonstruiert werden, sondern auch die damals verwendete speziell tänzerische Gestik und Bewegungssprache der Darsteller in der Regie zur Anwendung kommt.

Intendant und Regisseur Bernd Roger Bienert hat für seine erste Saison theatralisch und musikhistorisch herausragende Werke zweier bedeutender österreichischer Komponisten, den von Mozart hoch geschätzten Zeitgenossen J.M. Haydn und G.A. Benda aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wiederentdeckt. Beide Musiktheaterwerke, in unmittelbarer zeitlicher Nähe zu Mozarts und Haydns berühmten Opern entstanden, sind für die Ohren heutiger Musikbegeisterter wohl untypische Beispiele einer spätbarocken Musiktheater-Epoche, die der “Wiener Klassik” zugerechnet werden könnte. Johann Michael Haydn, der Salzburger Bruder des berühmteren niederösterreichischen Komponisten, ist mit seinem exotischen Baßgeiger zu Wörgl vertreten, dessen Musik nicht wie damals üblich, mit italienischen Texten, sondern im ländlichen Tiroler Dialekt vertont wurde.
Die witzig-freche Duett-Oper wurde zu ihrer Entstehungszeit entsprechend als Operetl bezeichnet. Das zweite Werk des Abends stammt von Georg Anton Benda, es ist das 1775 entstandene Duodrama Ariadne auf Naxos, ein selten gespieltes Werk. Zur Musik wird hier von den Schauspielern nicht gesungen, sondern gesprochen. Ariadne auf Naxos ist ein psychologisch äußerst fortschrittlicher Text, der auf seine historisch begründete Art das Denken unserer heutigen Zeit theatralisch beinahe vorwegnimmt. G.A. Bendas klassizistisch-antikisierend erzähltes Frauenschicksal über die mythologische Erzählung der von Theseus verlassenen Ariadne, die schließlich entkräftet ins Meer stürzt, wird von der bildgewaltigen Musik Bendas kompositorisch illustriert, dessen damals innovative Erfindung des Melodrams, einer Verbindung von Musik und Sprache zu einem Theater mit Musik, das Vorbild für Mozarts unvollendete Oper ZAIDE war. Melodramen feierten zunächst riesige Erfolge, verschwanden später dennoch aus den Spielplänen. Richard Strauss griff die Idee des Melodrams mit Enoch Arden wieder auf, mehr als hundert Jahre nach dessen Erfindung.

Regisseur und Intendant Bernd R. Bienert wird im Sinne der barocken Theatertradition, mit Windmaschine, Blitzen und Donner und dem Sturz Ariadnens vom Felsen den dramatischen Höhepunkt des Abends optisch spannend und zugleich historisch informiert inszenieren. In Zukunft sollen bei TEATRO BAROCCO ebenso Werke zeitgenössischer Autoren und Musiker den Spannungsbogen erweiternd, den historischen Stücken gegenübergestellt werden.

 

www.teatrobarocco.com
www.bienert.at